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Praxis - Religion und
Gesellschaft
In Österreich - wie auch weltweit - gibt die Religion in der Gestalt des
Islams kräftige Lebenszeichen von sich. Die Konsequenz und Sichtbarkeit
dieser gelebten Religion hat eine neue Wertedebatte und Integrationsdebatte
entfacht. Sie zwingt zu neuen Antworten auf die Fragen nach dem Verhältnis
von Kultur, Religion, Identität(en), Demokratie und Menschenrechte. In den
Blickpunkt der Debatte sind dabei besonders die in den Sechziger und
Siebziger Jahren nach Österreich zugewanderten Türken geraten. In Österreich
leben derzeit über 400.000 Muslime, von denen die meisten ursprünglich aus
der Türkei stammen.
Doch auch die zweite und die dritte Generation der ehemaligen Gastarbeiter
hat mit Diskriminierung aufgrund ihrer Kultur und Religion und sozialer
Ausgrenzung zu kämpfen. Als Reaktion auf die unreflektierte Pauschalkritik
und die alltägliche Ausgrenzung ist die islamische Religion als kulturelle
Trägerin erstarkt und sichtbar geworden.
In den letzten Jahren wurde auch bei uns heftig über die Sichtbarkeit des
Islam diskutiert. Eine Diskussion, die sich vordergründig an den Symbolen
Kopftuch und Minarett aufhängt, aber hintergründig die Vereinbarkeit der
muslimischen Religion und Lebensweise mit der angestammten Kultur in Frage
stellt. Doch die Frage der Migration und der Integration in eine neue
Heimatgesellschaft ist nicht primär eine religiöse, sondern eine soziale
Frage. Die Religion spielt allerdings eine wichtige Rolle in der Vermittlung
kultureller Differenzen und als Motivatorin zu einem friedlichen
Integrationsprozess.
Johannes Kaup hat in Tirol und Vorarlberg zum Thema Islam und die Frage der
Integration recherchiert und daraus folgenden Beitrag gestaltet.
7. Juli 2008
Orf.at
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