Kontakt | Impressum | Sitemap

Startseite | Vorwort | Über uns | Aktivitäten | Termine

de | ar| fr | en

Wissen
Recherche
Partner
Unterstützung
Jahresberichte
Feedback

 

 
 
 

Sie sind hier: Wissen

 

 

 

 

Fasten und Ramadan

 

„O ihr Gläubigen euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es auch denjenigen, die vor euch waren, vorgeschrieben war, damit ihr fromm (gottesfürchtig) werdet.“ (Heiliger Koran 2:183)

 

„… Amen, das sage ich euch. Du aber salbe dein haar, wenn du fastest. Wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das verborgene sieht…“    ( Neues Testament Matthäus 6-16)

 

„…und fastet für mich, dass ihr nicht esst und trinkt drei Tage lang weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten…“

(Altes Testament Esther 4-16)

 

Laut Koran ist das Fasten eine seit Beginn der Menschheit existierende Vorschrift, welche mit geringfügigen Differenzen in der Ausführung in allen offenbarten Religionen praktiziert wird. Jährlich fasten heute ca. 800 Millionen von insgesamt  1,2 Milliarden  Muslime, von denen Altersschwaches, Kranke, Schwangeres, Kind, etc. ausgenommen sind. Fasten beruht auf Grundprinzip, dass jeder Gewinn eines Verzichtes bedarf. Ähnlich das Beschneiden eines Baumes, um dessen Wachstum zu fördern, hat zeitweise durchgeführte Einschränkung Erweiterung im Menschen zu Folge.

In diesen Zeilen versuchen wir das Wichtigste in Kürze der Geheimnisse des Fastens bzw. des Ramadan näher zu bringen.

 

Was bedeutet Fasten?

  •  Das Wort Fasten, das sich aus dem germanischen „fest im Sinne von festhalten an den Fastengeboten, herleitet.

  • Fasten (v. gotisch: fastan = (fest)halten, beobachten, bewachen) ist eine Beschränkung der Nahrungsaufnahme zur körperlichen und seelischen Reinigung. Fasten als Gestaltungselement des Lebens ist historisch in allen Religionen belegt und kommt in verschiedensten, oft festgelegten Formen vor: auf bestimmte Zeitabschnitte, kollektiv oder individuell, als völliger oder teilweiser Nahrungsverzicht sowie auf bestimmte Dinge wie Genussmittel, Fleisch, Alkohol etc.

Das Fasten: Das Fasten (arabisch: Saum, siyam) bildet die dritte sog. Säule des Islam. Das bedeutet, dass das Fasten für alle Muslime verpflichtend ist: "Oh ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch, zu fasten, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch lebten, auf dass ihr gottesfürchtig werdet" (Sure 2,183). und bedeutet im Allgemeinen die Verweigerung einer Handlung. Dabei kann es sich um Handlungen wie Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr handeln oder aber auch Sprechen, usw. Neben der allgemein bekannten Form des Fastens kennt der Islam z.B. auch das Sprachfasten. Das Sprachfasten wird im Heiligen Koran im Zusammen hang mit der Heiligen Maria (a.) erwähnt „...ich habe dem Barmherzigen ein Fasten gelobt. Darum werde ich heute mit keinem menschlichen Wesen sprechen“ (Sure 19,Vers 26)

 

Der Fastentag: Der Fastentag im Monat Ramadan beginnt vor dem Morgengrauen und endet nach dem Sonnenuntergang. Noch in der Nacht nimmt man die sahur genannte letzte Mahlzeit zu sich. Die Niyya für den Fastentag kann man mit folgenden Worten fassen: „wa bi-saumi dhadi-nawaitu“ – „ich beabsichtige, den folgenden Tag zu fasten.“Während des ersten und aller folgenden Fastentage enthält man sich der Nahrung, Getränke, Genussmittel, geschlechtlicher Beziehung, üblem Tun und bösen Worten. Am Abend bricht man das Fasten mit der iftar-Mahlzeit. Mann kann daher die Worte sprechen: „allahumma laka sumtu wa a la rizqika aftartu“ – O Allah, um deinetwillen fastete ich und mit Gabe breche ich das Fasten.“

Anschluß an das ischa-Gebet (vor m witr) wird im Fastenmonat das ischa-Gebet verrichtet. Es kann in Gemeinschaft, aber auch alleine vollzogen werden und besteht aus zwanzig raka’at, in Gruppen zu zwei er vier raka’at, also mit zehn oder salam insgesamt. Auch ist es blich, an jedem der Tage des Fastenmonats ein dschuz des Korans zu lesen.

  • Altersschwache, unheilbar Kranke und Kinder sind vom Fasten entbunden.

  • Reisende, schwangere und stillende Frauen, Kranke, Alte und Schwerstarbeitende können das Fasten verschieben.

  • Menstruierende Frauen dürfen nicht fasten.

Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?

Ramadan ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was “brennende Hitze und Trockenheit”, speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern.

 

Der Fastenmonat Ramadan: Der Monat Ramadan ist der neunte des islamischen Kalenders. Er dauert 29 oder 30 Tage und sein Beginn und Ende sind am Erscheinen des jeweiligen Neumondes abzulesen. Dadurch, dass der islamische, dem Mond folgenden Kalender, 354 Tage im Jahr zählt, wandert der Beginn des Ramadan, gemessen am Sonnenkalender, jedes Jahr um ca. 11 Tage nach vorn.

Die 27. Nacht (d. h. die Nacht vor dem 27. Tag) oder eine andere der letzten ungeraden Nächte des Fastenmonats wird als die Nacht angesehen, in der dem Propheten Muhammad die erste Offenbarung, der Beginn der 96. Sure, überbracht wurde. Diese Nacht, lailatu’l-qadr, verbringt man im Gebet und Gedenken an Allah. Eines der zahlreichen Bittgebete für diese Nacht lautet:

„Allahumma innaka ‚afuwun karim, tuhibbu-l-afwa fa’fu’ani“ – „O Allah, du bist der Vergebende, Großmütige, du liebst die Vergebung, so vergib mir“.

 

Wer es ermöglichen kann, begibt sich während der letzten zehn Tage des Fastenmonats in eine Moschee, um sich dort, während er auch weiterhin fastet, zurückzuziehen und seine Zeit im Gebet und mit dem Lesen von Koran und sunna zu verbringen. Frauen vollziehen diese Übung des I’tikaf meist zu Hause. Das Ende des Fastenmonats wird mit dem Idu’l-fitr, dem Fest des Fastenbrechens am ersten Tag des neuen Monats Schawwal begangen. Dieser Tag ist durch ein besonders Festgebet von zwei raka’at und mehreren takbir ausgezeichnet. Vor diesem Gebet hat man sich der Pflicht zu sadaqatu’l-fitr entledigt. Diese Abgabe besteht aus mindestens 3 Pfund Weizen oder 6 Pfund Gerste bzw. deren Gegenwert und ist an die Armen zu geben.

 

Auswirkung auf Körper und Geist

 

Reinigung:

Der Fastende gleich einem Reisenden, der sich in der Zeit des Verzichts seinem selbst und dem willen seines Schöpfers nähert. Die menschliche Seele erfährt in der Zeit des Fastens eine Reinigung, die Voraus- setzung für die Entstehung oder Verstärkung eines Gottesbewusstseins ist.

 

Selbstbeherrschung:

Fasten verbessert des Weiteren, sofern der Betreffende freiwillig Verzicht übt, Selbstbeherrschung und Konzentration auf das wesentliche. So finden im Ramadan viele Fastende die Gelegenheit, mit ihren schlechten Gewohnheiten, wie das Rauchen, aufzuhören.

 

Gelassenheit:

Der Fastende erkennt, wie sehr er sich von seinen leiblichen Bedürfnissen abhängig macht und wie viele seiner Gedanken er deren Befriedigung beimisst. Durch das zurückstellendes Verlangens nach Nahrung, Flüssigkeit und körperlichen Intimitäten erlernt und erfährt der Mensch ein Gefühl der inneren ruhe und entwickelt eine gelassenere Einstellung zu alltäglichen Problemen.

 

Erkenntnis:

Den Wert der Selbsterkenntnis für unser aller Leben kann man nicht hoch genug einschätzen.

Nach einer Überlieferung „ kennt nur jener seinen Schöpfer, der sein selbst kennt“. Wer jemals mit Aufrichtigkeit gefastet hat, weißt um die Heilkraft des Fastens für die menschliche Seele.

 

Körper:

Nicht nur das denken und das herz werden durch das fasten reiner, auch der Körper erlebt eine Erneuerung. Durch den Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit während des Tages

  • Hat das Verdauungssystem zeit sich zu erholen und Gelegenheit.

  • Sinkt der Blutzuckerspiegel, wodurch der Körper vermehrt auf Depotfette zurückgreifen muss. Viele Fastende reduzieren ihr Körpergewicht auf ein gesünderes Maß.

  • Kommt es zu einer Absenkung des schädlichen LDL-Cholesterins.

Freiwillige Gebete in den Nächten des Ramadan führen zu einer zusätzlichen Verbesserung des Zusammenspielt zwischen Körper und Geist (Seele).

 

DIÄTVORSCHRIFTEN AUS DEM KORAN

  • Die Diät ist das mittel erster Ordnung.

  • Der Magen ist der Schlupfwinkel der Krankheit.

  • Man bleibt niemals gesund, wenn man seinen Magen füllt.

  • Man darf sich durch Essen und Trinken nicht Verbrauchen.

  • Zu viel Essen ist der Vater aller Übel. Die Beherrschbarkeit ist die Mutter aller Heilmittel.

Buch: Gesudheit und Energie durch Fasten

 

 Mini FAQ

 

Wann wird gefastet?

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben.

 

Warum fasten die Muslime?

Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdiensts. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Die anderen Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads (s)1, das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Zakat.

Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben: “Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet. (2:183).

 

Wie wird im Islam gefastet?

Das Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang sich des Essens, Trinkens, und des Geschlechtsverkehrs enthält. Das ist das “äußere” Fasten. Das Fasten hat aber auch eine “innere” Dimension.

Alle innerlichen und äußerlichen Sinne und Kräfte des Menschen, Herz, Verstand und Gemüt und Kräfte des Geistes werden in diesem gesegneten Monat durch das fasten entfaltet. Demnach soll sich der Fastende verstärket in Gewissens-Überprüfung und Selbstbeobachtung üben, die ihn zu einem bessern Verständnis seiner selbst und dem willen des Schöpfers führen sollten.

 

Fasten alle Muslime?

Vom Fastengebot ausgenommen sind Frauen im Wochenbett oder während ihrer Menstruation. Sie sollten ebenso wie Kranke und Reisende das Fasten zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Für Kinder gilt das Fastengebot nicht. Alle Menschen, für die Fasten gesundheitlich unmöglich oder nicht zuträglich wäre, sind befreit. Darunter fallen zum Beispiel Kranke, ältere Menschen, Schwangere, aber unter Umständen auch Menschen mit körperlich sehr anstrengenden Berufen. Die Gewissensentscheidung liegt beim Einzelnen. Der Körper gilt als ein so hohes Gut, dass man ihn nach Kräften durch einen verantwortungsvollen Umgang pflegen soll. Gott will es den Menschen leicht machen.– ist eine koranische Aussage, die zusätzlich vor übertriebenen Kasteiungen bewahren soll.

 

Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?

Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und vergrössert die Widerstandskraft. Wer fastet denkt mehr an Gott, übt sich in wohltätiger Nächstenliebe, schmeckt die Süsse der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht.

 

Gesellschaft im Ramadan

Der Ramadan biete auch Gelegenheit für Begegnung und Dialog

Besonders in dieser Zeit wird vermehrt miteinander gebetet, gegessen und einander geholfen, was den Zusammenhalt und die Umgangsweise der Menschen untereinander verbessert und verfeinert. Der Fastenmonat bietet Jedes Jahr die Chance, unsere zwischenmenschliche Kommunikation zu schulen Vorurteile gegenüber anderen abzulegen. Seit einigen Jahren öffnen die Moscheen ihre Tore für Besucher und laden zum gemeinsamen Fastenbrechen (Iftar) ab Sonnenuntergang ein.

Im Fastenmonat Ramadan veranstalten viele kulturelle Vereine untereinander oder öffentliche Iftar-Fastenbrechen. Diese Gelegenheit wurde auch von den karitativen Organisationen für Geldsammelung “zakatu-l-fitr“ und Spenden für arme und bedürftige Familien genutzt.

 

Aktuelle Wirtschaftskrise aus muslimischer Sicht

 

Fasten und Ramadan

 

Die vier Säulen

der Bildung?

 

Was ist eine Recherche?

Startseite • Kontakt • Impressum

Fragen oder Probleme in Zusammenhang mit dieser Website richten Sie bitte an  Webmaster

  Copyright © by CIRDE-AUSTRIA2007 Alle Rechte vorbehalten