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Konferenz
Europäischer Imame und Seelsorgerinnen Wien 2006
Schlussdokument
Veranstaltet von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Außenministerium, der
Stadt Wien
und der Europäischen Islamischen Konferenz
Schlusserklärung der Konferenz
Den Islam in Europa theologisch als kompatibel mit den Prinzipien
der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, des Pluralismus und der
Menschenrechte zu verorten, ist der Standortbestimmung der
„Konferenz Leiter islamischer Zentren und Imame in Europa“ im Jahre
2003 in der damaligen europäischen Kulturhauptstadt Graz gelungen.
Gleichzeitig wurden jegliche Form von Fanatismus, Extremismus und
Fatalismus klar verurteilt. Damit wurde nicht nur innermuslimisch
ein wichtiges Zeichen der Orientierung gesetzt, sondern es sollte
auch der Integrations- und Identifikationsprozess der Muslime, die
in der Vielfalt ihrer ursprünglichen Herkunft ca. 50 Millionen
Personen in Gesamteuropa umfassen, durch die Betonung des
Partizipationsgedankens befördert werden. Als Zeugnis muslimischen
Selbstverständnisses sollte aber auch nach außen ein wichtiges
aufklärendes Signal getätigt werden, das Ängsten und Vorbehalten
entgegenwirken könnte, um das friedliche und von gegenseitigem
Verständnis und Respekt getragene Miteinander zu bestärken.
2006 muss von den Konferenzteilnehmern nüchtern festgestellt werden,
dass es noch großer Anstrengungen auf allen Seiten bedürfen wird, um
die Akzeptanz der Muslime in der Mehrheitsgesellschaft zu erreichen.
In verschiedenen europäischen Ländern sind soziale und
wirtschaftliche Spannungen gleichzeitig in Zusammenhang mit einer
oft aggressiv und emotional geführten „Ausländerdebatte“ zu bringen.
Muslime werden pauschalierend benutzt, um ein Bild des „Fremden“
entstehen zu lassen, das in Zeiten der Unsicherheit Halt in einer
negativen Abgrenzung bietet. Es scheint, als solle damit ein „Wir“-Gefühl
erzeugt werden, das Gesellschaften, die massiv unter einem Verlust
des sozialen Zusammenhangs leiden, zunehmend abhanden kommt.
Gleichzeitig sehen sich Muslime einem starken Rechtfertigungsdruck
ausgesetzt, da nach dem Prinzip „bad news is good news“ in der
öffentlichen Wahrnehmung die Krisenberichterstattung Bilder von
Aggression und Gewalt, oft an außereuropäischen Schauplätzen, in den
Vordergrund rückt. In der Diskussion tauchen immer wieder
Kritikpunkte auf, die anhand einzelner Missstände eine
Unverträglichkeit „islamischer“ mit „westlichen“ Werten zu
konstruieren suchen. Hier wird es von Seiten muslimischer Gelehrter
nicht genügen, sich mit dem Verweis, dass solcherlei negative
Erscheinungsformen im Gegensatz zur islamischen Lehre in
überkommenen Traditionen wurzelten, als nicht weiter zuständig zu
erklären. In der theologischen Argumentation liegen schließlich
große und erprobte Möglichkeiten, nachhaltige
Bewusstseinsveränderungen herbeizuführen. Diese sollen als Teil der
Lösung aber auch erkannt, respektiert und im öffentlichen Diskurs
gefördert werden.
Die Moderne rückt die persönliche Verantwortung jedes einzelnen
mündigen Bürgers stärker als je in den Mittelpunkt. Wir stehen vor
gewaltigen Herausforderungen, was die Bewahrung von Frieden und
Sicherheit, die Frage sozialer Gerechtigkeit und den Erhalt der
Umwelt betrifft. Die Religionen leisten mit ihrem Appell zu
verantwortlichem Handeln, das vom Gedanken an das Wohl anderer
getragen sein soll, einen entscheidenden Beitrag. Sie können einen
positiven Ausgleich zu auf Konsum ausgerichteten, an der
individuellen Spaßoptimierung abgestellten Lebenseinstellungen
schaffen.
Der Islam trägt einen lösungsbezogenen Ansatz in sich, indem
Vielfalt als gottgewollt nicht in Frage gestellt werden soll,
sondern gelassen in mehr Kenntnis mündend nutzbar zu machen ist.
„Gute Werke“ bilden eine Maxime des Handelns. Wie eng Friede und
Gerechtigkeit zusammen liegen, zeigt der Anspruch
diskriminierungsfreien, gerechten Umgangs miteinander auf,
unabhängig von Herkunft, Religion, gesellschaftlichem Ansehen oder
Alter:
„Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Unrecht
vermischen, sie sind es die Sicherheit haben und sie sind es, die
rechtgeleitet sind.“ (Sure 6, Vers 82)
Die Konferenz beschäftigte sich in Arbeitsgruppen detailliert mit
einzelnen Aspekten:
Daraus gingen folgende Überlegungen hervor:
Integrationssoziologie
1. Der religiöse Anspruch persönliche Bereitschaft zu zeigen,
Verantwortung für das Allgemeinwohl zu übernehmen, bildet die
Grundlage eines integrativen Zugangs, der den jeweiligen
Lebensmittelpunkt zum vordringlichen Radius macht. So ist es
natürlich, dass Muslime das Gastarbeiterimage zu überwinden suchen.
Sie betrachten sich nicht als „Fremdkörper“, sondern als lebendigen
Teil Europas. Große historisch gewachsene muslimische Populationen
sind eine Tatsache. Der Islam ist auch aus der Leistung seines
großen wissenschaftlichen und kulturellen Erbes direkter Bestandteil
der europäischen Identität.
2. Integration und Assimilation dürfen als Begrifflichkeiten nicht
vermischt werden, wie dies bisher oft der Fall ist. Die Interaktion
mit der Mehrheitsgesellschaft darf nicht zur Voraussetzung haben,
bedingungslos Religion, Kultur und sprachliche Vielfalt aufgeben zu
sollen. Die mit Assimilationsforderungen implizierte Annahme der
Minderwertigkeit des „anderen“ führt zu Abkapselung und
Ghettoisierung.
3. Integration ist keine Einbahnstraße, sondern als beidseitiger
Prozess zu verstehen. Als aktiver und sichtbarer Teil suchen sich
Muslime auf allen Gebieten bereichernd und ergänzend zu beteiligen:
wirtschaftlich, kulturell, wissenschaftlich, politisch, sozial.
Voraussetzung hierzu ist die Beherrschung der Landessprache als
Instrument der Kommunikation. Von der Mehrheitsgesellschaft erwarten
wir ein Bekenntnis zu Diversität, eine Haltung gegen Tendenzen von
Rassismus und Diskriminierung. Anreize und Möglichkeiten der
verbesserten Partizipation liegen in der erleichterten Einbürgerung
bei gelungener Integration, bei der Familienzusammenführung, beim
Zugang zum Arbeitsmarkt, diversitiy Management, positiver
Diskriminierung und Quoten, der Nostrifizierung ausländischer
Bildungsgänge, der demokratischen Teilhabe (z.B. kommunales
Wahlrecht).
4. Bei der Definition und der Verwendung des Begriffs
„Parallelgesellschaft“ soll mehr Sorgfalt gehegt werden. Die
berechtigte Pflege von Kultur und Religion innerhalb eines
geschützten Raumes soll nicht bereits unter den Generalverdacht von
bewusster Abkapselung gestellt werden. Die Querverbindungen,
Vernetzungen und der Dialog nach draußen zeigen, dass es hier nicht
um eigene Abschottung, sondern um „community“-Bildung geht, deren
Ziele, etwa in der Aufgabe sozialer Aufgaben, der Gesellschaft
zugute kommen können. In einer Zeit wachsenden Pluralismus wäre es
von Vorteil, wenn sich eine Einstellung durchsetzen könnte, die es
als selbstverständliche Gegebenheit betrachtet, dass die Bevölkerung
verschiedenste Interessens- und Neigungsgruppen umfasst, die
möglichst in Ergänzung und Bereicherung vielfältige Überlappungen
und Schnittstellen bilden.
5. Unter diesem Aspekt sind auch Anstrengungen von muslimischer
Seite zu betrachten, die Institutionalisierung eigener Einrichtungen
anzustreben. Kindergärten, Schulen oder auch die Moscheeaktivitäten
dürfen nicht als „antiintegratives Gegenmodell“ mit einer
Vorverurteilung belegt werden. Denn erste Erfahrungen beweisen, dass
kluge und pädagogisch ausgereifte Konzepte, die auch Elemente der
Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen aufweisen, das
Empowerment der jungen Generation stärken können, aber auch
Brückenbaufunktionen übernehmen können.
6. Moscheen stellen einen wesentlichen Aspekt im muslimischen
Gemeindeleben dar. Ihre Unabhängigkeit, auf geistig-moralischer
Ebene wie finanziell, ist ein Schlüssel für die authentische
Entwicklung der Identität eines „Islam in Europa“. Imame und andere
Funktionsträger, Männer und Frauen, innerhalb der muslimischen
Community sind wichtige Multiplikatoren und haben Vorbildfunktion.
Die Beteiligung von Frauen ist zu fördern. Um die Lebenswirklichkeit
der Gemeinde in der Arbeit aufgreifen zu können, ist nicht nur
sprachliche Kompetenz (Erwerb der Landessprache) eine Voraussetzung,
sondern auch Wissen um gesellschaftliche Strukturen und
Entwicklungen. Denn im Islam sind gesellschaftliche
Rahmenbedingungen unbedingt bei der Beantwortung religiöser Fragen
auf Basis der Quellen zu berücksichtigen. In der Aus- und
Fortbildung der Imame steckt in Europa noch ein großes
Entwicklungspotenzial. Sie sollen aus der Rolle der Respektperson
heraustreten und zur Vertrauensperson werden, wozu es vermehrter
sozialer Kompetenz bedürfen wird. Gebraucht werden eigene
Bildungsinstitutionen, aber auch gezielte Weiterbildungsprogramme,
die an den lokalen Bedürfnissen orientiert sind. Die Moschee soll
auch in ihrer traditionellen Rolle als sozialer Knotenpunkt ins
allgemeine Bewusstsein treten, indem entsprechende Aktivitäten von
einer offenen Haltung nach draußen begleitet werden.
Viel versprechend erscheinen hier die Ansätze von Bradford /
England, wo eine Einbindung der lokalen Moschee-Gemeinden und Imame
in Fortbildungsprojekte erfolgt.
7. Presse- und Meinungsfreiheit sind ein unverzichtbares und
allgemeines Gut. Es besteht kein Widerspruch zur Religionsfreiheit,
da beide eng miteinander verknüpft sind. Meinungsfreiheit soll in
Verantwortung ausgeübt werden und in Beachtung gegenseitigen
Respekts. In Europa hat sich – von Land zu Land teilweise auch mit
Unterschieden- doch ein gewisser gesellschaftlicher Konsens
gebildet, wo Bereiche liegen, die eines besonderen Feingefühls
bedürfen. Auch Gesetze kennen – wieder in unterschiedlicher Form –
Paragraphen mit Schutzbestimmungen. Wir sehen, dass sich im Umgang
mit dem Islam ein solcher Konsens erst noch bilden muss. Da wir uns
zum Dialog als beste Lösung im Konfliktfall bekennen, sehen wir hier
auch die beste Möglichkeit mehr gegenseitiges Verständnis zu
erreichen.
Bildung
1. Bildung ist im Islam geradezu eine Lebenseinstellung, da
lebenslängliches Lernen vorausgesetzt wird. Die Zugänglichkeit ist
unabhängig von der sozialen Schicht zu gewährleisten. Viele Probleme
ließen sich über Bildungsmaßnahmen konstruktiv angehen, indem damit
eine Stärkung der Persönlichkeit, die Fähigkeit zu Selbstreflexion
und Eigenkritik einhergeht.
2. Horizonte zu erweitern wird aber auch gezielter Förderung der
Mehrheitsgesellschaft bedürfen. Die soziale Durchlässigkeit des
Bildungssystems ist in vielen europäischen Staaten problematisch,
wovon Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders
betroffen sind. Die Problematik von „Ghettoschulen“ oder die hohe
Zahl von Migrantenkindern in Sonderschulen soll vor dem sozialen
Hintergrund gesehen werden und nicht als kulturell oder religiös
bedingtes Phänomen.
3. Chancengleichheit muss aktiv gefördert werden. Dazu gehören
Investitionen in frühzeitigen Spracherwerb, Lernbegleitung und
Lernberatung und beidseitige interkulturelle Kompetenz. Moscheen und
muslimische Vereine können hier aktiv eingebunden sein. Gleichzeitig
geht es um den Abbau von Rassismus und Islamfeindlichkeit.
Schulbildung prägt fürs Leben, weshalb Stereotypen, die über den
Islam auf diesem Wege verbreitet wurden, besonders schwer zu
überwinden sind, wie eine Schulbuchstudie von Frau Prof. Susanne
Heine für Deutschland und Österreich nachwies. Heute bemüht man sich
stärker und der Problematik bewusster um einen einfühlsamen und
aufklärerischen Ansatz bei der Behandlung des Islam in Schulbüchern.
Diese Tendenz ist noch zu verstärken und unterstützen.
4. Unbestritten ist die positive Rolle des Kindergartens auf die
Entwicklung des Kindes. Die Vorteile für sprachliche und soziale
Entwicklung sind so groß, dass hier der Keim für ein späteres
positives Fortkommen liegt. Die Empfehlung für den
Kindergartenbesuch ist verbunden mit dem Hinweis, dass die
Attraktivität für muslimische Eltern wesentlich zu steigern wäre,
könnte auf ihre speziellen Bedürfnisse unter den Stichworten
Interkulturalität und Beachtung religiöser Praxis (halal-Speiseangebot)
besser eingegangen werden. Muslimische Kindergärten, die hier ein
maßgeschneidertes Angebot haben, können oft gerade Kinder erreichen,
deren Eltern sonst von einem Besuch Abstand genommen hätten. Als
Programm zur späteren besseren Integration in die Regelschule sollen
sie mehr Förderung erfahren.
5. Religionsunterricht im Islam im Rahmen des Regelunterrichts an
öffentlichen Schulen soll endlich als wirksames Instrument der
Integration wahrgenommen werden. Die sichtbare Gleichstellung mit
anderen Religionsgemeinschaften wirkt sich günstig auf das
Zugehörigkeitsgefühl aus. Der in seiner Bedeutung unbestrittene
Dialog der Religionen wird sich nur an die Basis tragen, wenn auch
seine Mitglieder religiöse Wurzeln und Werte kennen. Darüber hinaus
trägt Religionsunterricht zur Identitätsbildung aktiv bei, indem
Unterschiede zwischen religiöser Lehre und kulturell bedingten
Traditionen aufgezeigt werden und das Bewusstsein als Teil der
europäischen Gemeinschaft gestärkt wird. Realitätsbezogener
Unterricht in der jeweiligen Landessprache soll extremistische
Meinungen als solche bloßstellen und einer Selbstethnisierung durch
sprachliche oder vom Ursprungsland herrührende Ghettoisierung
vorbeugen. Diese Qualität des Unterrichts soll sich auch auf die
Entwicklung der Koranschulen in den Gemeinden mit ihrem zusätzlichen
Angebot vor allem auf dem Gebiet der Koranrezitation und der Pflege
der Muttersprache positiv niederschlagen. Dabei ist besonderes
Augenmerk auf die Entwicklung didaktisch geeigneter Lehrmaterialien
zu legen. Liedtexte, Kopiervorlagen und Bücher sollen im Einklang
mit dem offiziellen approbierten Lehrplan und seiner Zielrichtung
stehen. Die Lehrpläne und Lehrbücher werden ständig reformiert und
an die neuen Gegebenheiten angepasst.
6. Erwachsenenbildung ist mehr als einzig Sprachunterricht. Hier
sollen gezielte Programme sinnvolle Freizeitgestaltung fördern.
Politik
1. Eine Wurzel von großen Missverständnissen liegt in dem Vorwurf an
die Muslime, ein gespaltenes Verhältnis zum Staat zu haben, indem
sie den Gedanken der Trennung von Macht- und Aufgabenbereichen
zwischen politischer und geistlicher Führung nicht vollzogen hätten.
Hier wäre ein historisch genaueres Bewusstsein sehr hilfreich, das
auch die Entwicklung der islamischen Länder berücksichtigt, was in
den schulischen Lehrplänen fast völlig vernachlässigt wird. Dieses
Wissen könnte von Muslimen vielfach als überheblich empfundene
eigenzentrierte Sichtweisen positiv erweitern und die prinzipielle
Vergleichbarkeit historischer Abläufe hinterfragen, die jetzt unter
dem Stichwort „mangelnde Aufklärung“ im europäischen Diskurs zum
Allgemeinplatz wurde. Die Aufgeschlossenheit gegenüber den
Wissenschaften wurde ein wesentlicher Faktor für die Entwickeltheit
islamischer Gesellschaften, von der auch Europa gerade als Impulse
für die Aufklärung profitierte. De facto war die politische Führung
über weiteste Strecken der islamischen Geschichte autonom und
gestaltete sich nicht in Personalunion mit den religiösen
Würdenträgern.
2. Umgekehrt kann besseres historisches Verständnis der europäischen
Geschichte Muslimen gewisse Befindlichkeiten erklären und das
gegenseitige Verständnis vertiefen.
3. Auch der Begriff „Scharia“ wird immer wieder völlig falsch
interpretiert (etwa als „Strafrecht“) und angewendet, woraus große
Ängste und Abwehrhaltungen resultieren. Auch hier appellieren wir an
die gebotene Sachlichkeit und korrekte Definition, die in der
Betonung des dynamischen Charakters bei der Auslegung der Quellen
gerade geeignet ist, Vorurteile zu entkräften. Wie kontraproduktiv
Scheinwissen ist, zeigt die wiederholt laut gewordene Forderung nach
„Abschaffung der Scharia“, die völlig absurd ist, da die Scharia die
Glaubenspraxis auf Grundlage der Quellen regelt, also etwa Fragen
nach der Gebetswaschung, der Höhe der sozial-religiösen
Pflichtabgabe für Bedürftige usw. Solche unqualifizierten Äußerungen
können dem nötigen vertrauensbildenden Prozess nur abträglich sein,
da er von Muslimen als Ruf nach Abschaffung des Islam verstanden
werden muss.
4. Die Vereinbarkeit einer demokratischen Ordnung mit dem Islam
wurde wiederholt durch offizielle muslimische Erklärungen
unterstrichen. Die Identifikation mit dem Staat ist dann naturgemäß
besonders hoch, wenn eine größtmögliche Deckungsgleichheit mit
persönlichen Wertvorstellungen damit einhergeht. Somit ist das
Modell des Anerkennungsstatus für den Islam, wie es in Österreich
besteht, tatsächlich besonders geeignet, da es über die emotionale
Ebene der Zugehörigkeit einen institutionalisierten Dialog mit sich
bringt. Damit wird mit und nicht über Muslime geredet, können
Sachfragen im Lande geklärt werden, ohne dass man auf ausländische
Gutachten zurückgreifen müsste, die immer die Problematik in sich
bergen, weder der konkreten Situation völlig angemessen zu sein,
noch eigenständig aus der lokalen muslimischen Community erwachsen
zu sein, die sich statt mit der geforderten Eigenständigkeit oft
„von außen“ bestimmt sehen würde.
5. Die Teilhabe von Menschen mit muslimischem Hintergrund an
demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen soll gesteigert
werden. Die Imame weisen nicht nur darauf hin, passiv persönlich vom
Wahlrecht Gebrauch zu machen, sondern auch aktive Möglichkeiten der
Partizipation z.B. in Elternvertretungen von Schulen oder bei
ArbeitnehmerInnen Vertretungen aktiv zu unterstützen, aber auch
innerhalb der Parteienlandschaft.
6. Die Politik ist gefordert ihren Part im beidseitigen Prozess der
Integration ernst zu nehmen. Hand in Hand mit
integrationspolitischen Maßnahmen sollten solche zum Abbau von
Fremdenfeindlichkeiten in all ihren Erscheinungsformen, auch jener
der Islamfeindlichkeit, greifen. Mit Besorgnis sind Tendenzen
festzustellen, wo diskriminierende Haltungen gegen Muslime in die
Politik Eingang finden. Hier soll es keine Sondergesetze geben, denn
Muslime dürfen nicht mit einer Art Generalverdacht belegt werden.
Die Beweislastumkehr ist ein Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit.
7. Rassismus ist Unrecht und jede Herrschaft, die darauf gründet,
ist illegitim. Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sind
aufarbeitungsbedürftig. Auch Muslime sind nicht vor Rassismus
gefeit. Die Imamekonferenz spricht sich gegen jede Form von
Rassismus und von ethnischer Diskriminierung innerhalb der
muslimischen Gemeinden Europas aus.
Wirtschaft
1. Wohlstand soll im Islam nicht auf Kosten anderer erworben werden,
sondern mit
Verantwortung verbunden sein - Gesellschaftlich unter dem Aspekt
sozialer
Gerechtigkeit und ökologisch unter dem Gesichtspunkt nachhaltigen
Wirtschaftens,
das sorgsam mit den Ressourcen umgeht und die Schöpfung zu pflegen
und zu
bewahren sucht.
2. Menschenwürdiges Leben in Gegenwart und Zukunft zu sichern ist
aus islamischer ökonomischer Sicht mit einer Reihe ethischer
Richtlinien verbunden. Dazu gehören ein Zinsverbot, ein
Monopolverbot, das Verbot von Spekulationen und die Pflicht zu einem
verantwortungsvollen Umgang mit Konsum und Rohstoffen.
3. Islamische Wirtschaftsgebote setzen darauf, dass Geld im Fluss
bleiben soll. Parallel dazu ist auch die dritte Säule des Islam zu
sehen, die als sozial-religiöse Pflichtabgabe einen Anteil von 2,5%
des stehenden Vermögens als zu leistende „Reinigung“ an Bedürftige
abzugeben befiehlt. Hier geht es um Umverteilung im Sinne der
Sicherung der Grundbedürfnisse jedes einzelnen Mitglieds der
Gemeinschaft.
4. Zinsgeschäfte bringen durch den damit verbundenen Mechanismus des
Kapitalhortens durch Banken mit sich, dass Geld im Umlauf fehlt. Die
Reduzierung des Investitionsvolumens kann Arbeitslosigkeit
verursachen, den Wettbewerb verfälschen, gesellschaftliche
Spannungen verursachen. Staatverschuldung ist ein gewaltiges Problem
nicht nur der dritten Welt. Ruin und Verelendung betreffen ganz
Bevölkerungsgruppen.
5. Alternativen zum Zinsgeschäft wären durch Muslime
weiterzuentwickeln und zu fördern. Die Nachfrage zeitigte bereits
jetzt, dass westliche Banken islamische Geschäftszweige anbieten und
dabei muslimische Experten beschäftigen.
6. Muslime in Europa werden als Konsumenten ein immer stärkerer
Faktor. Der Markt reagiert zunehmend, etwa auf dem
Lebensmittelsektor, wo Halalzertifizierung Bedürfnisse dieser
Käuferschicht decken soll. Das islamische Reinheitsgütesiegel wäre
europaweit in standardisierter Form zu verwenden und sollte nach
einheitlichen Kriterien vergeben werden, um hier muslimischen
Konsumenten Sicherheit zu gewähren.
Frauen
1. Mann und Frau sind im Islam gleichwertige Partner, die
gegenseitige Verantwortung tragen und gleich an Menschenwürde sind.
Das Recht auf Lernen und Lehre, das Recht auf Arbeit, finanzielle
Unabhängigkeit, aktives und passives Wahlrecht, Teilhabe im
gesellschaftlichen Diskurs sind Pfeiler, die den Status absichern
sollen. Chancengleichheit und mündige und freie Orientierung soll
Frauen ermöglicht werden. Diese grundsätzlichen Aussagen der
vorausgegangenen Konferenzen sollen im Folgenden weiter vertieft
werden. Denn Frauenanliegen sind von gesamtgesellschaftlichem
Interesse.
2. Daher soll jede Form von Verletzung von Frauenrechten kritisiert
und bekämpft werden. Zwangsehe, FGM, Ehrenmorde und familiäre Gewalt
haben keine Grundlage im Islam.
3. In der Außensicht manifestiert sich am Bild der Frau im Islam
häufig die Einstellung gegenüber der Religion an sich. Begründet
wird damit oft eine Position der Überlegenheit seitens der
Mehrheitsgesellschaft. Mangelndes Wissen erschwert eine sachliche
Auseinandersetzung. Werden Musliminnen vor allem als „Opfer“
wahrgenommen, so drängt sie dies in ein Rollenklischee. Sich daraus
zu lösen gelingt paradoxerweise schwer, solange die
Mehrheitsgesellschaft an der Vorstellung der „religiös gefesselten“
passiven muslimischen Frau festhält und Barrieren bereithält, will
sie als sichtbar den Glauben praktizierende aktive Muslimin das
Klischee brechen.
4. Hier sollen wir zu einer solidarischen Denkens- und
Handlungsweise finden. Frauenfeindliche Strukturen haben
verschiedene Ausformungen. Religions- und kulturübergreifendes
Denken wendet sich gemeinsam gegen familiäre Gewalt und strukturelle
Benachteiligungen von Frauen. Die Reflexion über traditionelle
Rollenzuschreibungen und Stereotype kann diese überwinden und
Vernetzung und Zusammenarbeit fördern.
5. Eine stärkere Differenzierung zwischen Religion und Tradition,
die häufig Frauen benachteiligt und dem Islam zuwiderläuft, ist
unabdingbar. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Religion
pauschal verantwortlich für Missstände gemacht wird und man
übersieht, welche theologischen Argumentationsschienen gerade
aufklärend und derartige Traditionen überwindend angezeigt sind.
Gleichzeitig wäre eine Verengung auf eine einzig religiöse
Perspektive unzulässig. Denn die Lebenswirklichkeit von muslimischen
Frauen in Europa ist geprägt von diversen Faktoren, die als solche
analysiert werden müssen.
6. Der Ehrbegriff soll von Imamen analysiert und aus der Religion,
im Gegensatz zu lokalen traditionellen und kulturbedingten
Vorstellungen, begreiflich gemacht werden.
7. Die verstärkte Partizipation muslimischer Frauen bedarf
durchdachter politischer Konzepte, die Ausgrenzungstendenzen und
Diskriminierungen entgegen treten. Maßnahmen zur Mädchen- und
Frauenförderung, die eine religiöse Grundhaltung anerkennen, wären
ein solcher Schritt. Staatlich geförderte kultur- und
religionssensible Beratungs- und Hilfseinrichtungen von und für
muslimische Frauen bieten ein besonders niederschwelliges Angebot
und setzen Impulse der Selbstermächtigung. Frauen sollen frei von
Abhängigkeitsverhältnissen sein. Der ungehinderte Zugang zum
Arbeitsmarkt ist dabei vordringlich. Unabhängigkeit ist stark an
finanzielle Ungebundenheit und damit Beschäftigung gebunden, wobei
die Politik ausgleichende und gerechte Vorkehrungen treffen kann,
damit Väter und Ehemänner nicht vordringlich als Versorger
betrachtet werden müssen.
8. Kopftuchverbote sind kontraproduktiv, da sie Frauen von
wesentlichen Bereichen des Lebens ausschließen. Im Widerspruch zum
Recht auf freie Religionsausübung grenzen sie islamisch gekleidete
Frauen aus und bewirken damit in vielen Fällen genau jenen Rückzug,
den sie zu bekämpfen vorgeben. Zusätzlich laden Verbote die
Diskussion emotional weiter auf und festigen Klischees, indem sie
ihre Begründung just aus der Argumentation beziehen, die
Kopftuchträgerinnen mit ihrem sichtbaren Teilhaben an der
Gesellschaft überwinden können: Das Kopftuch sei ein Symbol der
Unterdrückung und des Zwangs, ein politisches Zeichen für eine
extremistische Haltung und nicht konform mit europäischen
Vorstellungen des Geschlechterverhältnisses. Die Bevormundung
muslimischer Frauen, indem ein Teil der Glaubenspraxis von außen
interpretiert und verurteilt wird, spricht ihnen ihre Mündigkeit ab
und kann damit Polarisierungstendenzen verschärfen. Das
Selbstbestimmungsrecht der Frau soll aber außer Frage stehen – nach
innen wie nach außen.
9. Auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft besteht vermehrter
Handlungsbedarf. Bewusstseinsbildung gegen jeden Missbrauch von
Religion soll gefördert werden. Gleichzeitig bekennt sich die
Konferenz dazu, dass auch im Bereich Ehe und Familie auf
Herausforderungen der Moderne auf dem Boden der Theologie neue
islamische Antworten gefunden werden sollen. Diese können auch in
einem Wiederentdecken und neu nutzbar gemachtem Element wie dem
islamischen Ehevertrag liegen. Dieser bietet dem Brautpaar die
Möglichkeit die Zukunft gemeinsam zu überdenken und Vereinbarungen
festzuhalten.
Jugend
1. Jugendliche verkörpern als Zukunftsträger in besonderem Maße die
Vision muslimischer Europäer - europäischer Muslime, die durch ihre
als selbstverständlich wahrgenommene Identitätszugehörigkeit in
beide Richtungen Brückenbauer und Bindeglieder zwischen den Kulturen
sein können.
2. Die muslimische Jugend soll sich ihrer speziellen Verantwortung
in dieser Richtung bewusst sein. Dazu muss ein entsprechendes, ihre
besonderen Kompetenzen schätzendes Klima vorhanden sein, das
Mehrsprachigkeit, rasche Anpassungsfähigkeit im interkulturellen
Bereich und eine aufgeschlossene Grundhaltung als persönliche Werte
erkennt und fördert. Die Aufgabe eine solche Wertschätzung zu
vermitteln und daran angeknüpft Programme zur gezielten Förderung
dieser Talente zu schaffen, liegt sowohl bei den muslimischen
Familien und Gemeinschaften, als bei der Mehrheitsgesellschaft. Das
Potential der muslimischen Jugendlichen soll anerkannt werden. Ihr
Selbstbewusstsein ist zu stärken.
3. Vorurteile und latente Fremdenfeindlichkeit können zu Abschottung
und Isolation führen, durch die wiederum eine ablehnende Einstellung
gegenüber „den anderen“ gezüchtet werden kann. Dadurch können sich
Polarisierungen aufbauen, die gesellschaftspolitischen Sprengstoff
bieten. Diese präventiv anzugehen, bedarf es der im Bereich
„Bildung“ angesprochenen Maßnahmen. Muslimische Jugendliche sollen
gleiche Möglichkeiten nutzen können wie Jugendliche der
Mehrheitsgesellschaft (Beispiel: Europäische Austauschprogramme in
Schul- und Berufs/Studienbildung, unabhängig von
Staatsbürgerschaft). Jugendliche brauchen eine Perspektive. Sie
sollen die gleichen Chancen vorfinden, im Berufsleben Fuß zu fassen
oder eine Wohnung zu finden.
4. Jugendliche Selbstorganisation von Muslimen und ihre Vernetzung
mit anderen Jugendorganisationen soll darüber hinaus gefördert
werden. Vereine jugendlicher Muslime weisen jene Merkmale auf, die
bei jenen der ersten Generation noch nicht zu finden sind: die
Landessprache als Kommunikationssprache, keine Einengung der
Mitglieder auf ein bestimmtes Herkunftsland, ein auf die
Lebenswirklichkeit im Lande verstärkt zugeschnittenes Angebot von
Aktivitäten. Hier eine sinnvolle Freizeitgestaltung, emotionale
Zugehörigkeit und Verantwortungsgefühl für ein funktionierendes
Miteinander zu erfahren, gibt Halt. Damit werden indirekt auch
Jugendkriminalität, Drogenkonsum und die Verbreitung von Extremismus
wirksam bekämpft.
5. Die meinungsbildende Rolle der Medien ist besonders bei dem
Bereich der Jugend anzusprechen. Die Wissenschaft soll sich
verstärkt besonderen Phänomen, die die muslimische Jugend betreffen
widmen und mit seriösen Ergebnissen helfen die Diskussion zu
versachlichen.
Ökologie
1. Der Mensch trägt in seiner Funktion als Sachwalter der Schöpfung
hohe Verantwortung für deren Pflege und Erhalt. Natürliche
Ressourcen dürfen daher nur unter dem Gesichtspunkt der
Nachhaltigkeit sorgsam genutzt werden.
2. Der Koran warnt den Mensch vor Überheblichkeit in Ausübung seiner
Statthalterschaft: „Siehe, Wir boten die Verantwortung („amana“ –
die Ausübung von freiem Willen und Verstand) den Himmeln und der
Erde und den Bergen an, doch weigerten sie sich, sie zu tragen und
schreckten davor zurück. Der Mensch lud sie sich jedoch auf; denn er
überschätzt sich und ist eingebildet.“ (33.72) Das natürliche
Gleichgewicht der Natur soll geschützt und bewahrt werden. Denn so
wie sich Wasser, Luft, Erde, belebte und unbelebte Natur, Tier- und
Pflanzenreich aufeinander beziehen, wird im Koran ein Kreislauf des
Lebens wiedergegeben, bei dem Eingriffe negative Auswirkungen für
das gesamte System zur Folge haben könnten. Respekt vor dem Wunder
der Schöpfung Gottes ist geboten, aus dem Respekt im Umgang mit
dieser resultieren soll. Zur Tierwelt heißt es etwa: „Es gibt kein
Getier auf Erden und keinen Vogel, der auf seinen zwei Schwingen
dahinfliegt, die nicht Gemeinschaften wären so wie ihr.“ (6:38)
3. Die Balance zwischen Nutzbarmachung der Natur und ihrem Schutz
schlägt sich häufig zu deren Ungunsten nieder. Umweltzerstörung als
Konsequenz menschlicher Gier nach maximaler Ausbeutung wird in 20:41
angesprochen: „In Erscheinung getreten ist Unheil zu Land und Meer
als Folge dessen, was die Menschen anrichteten, damit Er sie einiges
von ihrem (Fehl)verhalten spüren ließe, auf dass sie umkehren.“
Muslime sind angehalten sich hier durch ihr persönliches Verhalten
problembewusst zu zeigen und aktive Beiträge zum Umweltschutz zu
leisten.
4. Um das Wasser kreisen besonders zahlreiche Aussagen. Sparsamkeit
im Umgang wird empfohlen. Etwa ist es verpönt bei der Gebetswaschung
unnötig Wasser rinnen zu lassen. Es bestehen Regelungen zum
Gewässerschutz. Wasser wird als ein so wichtiges Gut betrachtet,
dass ein Grundrecht des Menschen darauf besteht. Trinkwasser soll
darum allgemein zugänglich sein, kann nicht zu einem Privateigentum
mutieren. Im Bereich der frommen Stiftungen, die testamentarisch von
Gläubigen verfügt werden, ist besonders das Schlagen eines Brunnens
empfohlen, um für die Nachwelt eine andauernde gute Tat zu setzen.
5. Das Gebot des „Maßhaltens“ konkretisiert sich rund um das Thema
der Nahrung. Verwirklicht werden soll der im Islam empfohlene „Weg
der Mitte“, hier zwischen Genuss und Gesundheitsbewusstsein,
zwischen Konsum und Bewusstheit für größere wirtschaftliche
Zusammenhänge, die nicht zum Schaden der Umwelt, seien es
Mitmenschen oder Natur gereichen dürfen. Diese Haltung lässt sich
direkt beziehen auf die moderne Forderung nach mündigen Konsumenten,
die mit ihren bewussten Kaufentscheidungen nach ethischen Standards
(„fair trade“) handeln.
6. Muslime sollen sich verstärkt des Themas „Umweltschutz“ annehmen
und aktiv Vernetzungen mit Umweltexperten und zuständigen
Abteilungen der Stadtverwaltung für spezifische Projekte eingehen.
7. Zu beleben sind islamische Traditionen wie die Stiftung für
Fütterung und Aufnahme für obdachlose Tiere und die Tradition des
Bäume Pflanzens als nachhaltige gute Tat.
8. Islamische Gebetsstätten sollen das ökologische Bewusstsein der
Muslime widerspiegeln und mit ökologisch verträglichem Baumaterial
gebaut zu Aushängeschildern dieser Einstellung werden.
9. Dezidiert zu betonen ist, dass Muslime die negativen Auswirkungen
der Kriege und eingesetzter chemischer Waffen auf die gesamte Natur
besorgt verfolgen und eine Dokumentation verlangen. Die
Kriegsbetreiber sind zur Wiedergutmachung auch dieser Zerstörungen
und ihrer Wirkungen auf den Menschen zu fordern.
Wien, am 8. April 2006
Quelle:
Die Islamische
Glaubensgemeinschaft in Österreich
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