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Islam in
Österreich
Eine Chronologie
Handel und Wandel
ca. 1000 n. Chr.
Erste Handelsbeziehungen zwischen der islamischen Welt und dem
Gebiet des heutigen Österreich, Niederlassungen von Kaufleuten im
Burgenland
1529 -1683
Zeit der Türkenkriege
Macht- und Okkupationsstreben der damaligen Großmächte leben in der
Erinnerung als religiös motivierte Kriege fort, obwohl einzelne
christliche Länder auch mit den muslimischen Osmanen kooperierten.
Eine Ursache für bis heute verwurzelte Ressentiments. Aber selbst in
Kriegszeiten floriert der Handel, findet durch den Warenaustausch
auch ein kultureller Austausch statt, dessen Erbe längst in
Österreich aufgegangen ist.
16. August 1718
Passarowitzer Friede: Garantie der Handelsfreiheit für alle
türkischen Untertanen auf dem Gebiet der Monarchie
1737
Aufruf Karls VI.: Im Falle der Eroberung Bosniens Schutz und
Garantie auf den Besitz der Bevölkerung nur im Falle des Übertritts
zum Christentum
1787 bis 1792
Krieg zur Aufteilung des Osmanischen Reiches
Beziehungen zum Orient geben vielfältige Anstöße
1847
Gründung der Akademie der Wissenschaften mit dem Orientalist Joseph
Freiherr von Hammer-Purgstall als erstem Präsident, Österreich in
engen diplomatischen Beziehungen zur „Hohen Pforte“ in Istanbul,
ideales Klima für wissenschaftliche respektvolle Beschäftigung mit
dem Orient
1878
Ermächtigung der Donaumonarchie durch den Berliner Kongress Bosnien
Herzegowina zu okkupieren
1908
Bosnien Herzegowina staatsrechtlich eingegliedert – Integration
durch eigenes Islamgesetz angestrebt
Integration – ein beidseitiger Prozess
1912
Islamgesetz: Anerkennungsstatus – Garantie der freien und
öffentlichen Religionsausübung, der inneren Autonomie in der
Regelung der religiösen Angelegenheiten
1924
Verordnung über die Erstreckung der Regelungen interkonfessioneller
Verhältnisse auf das Burgenland – Islamgesetz erwähnt
Ab 1964
Verstärkter Zuzug von Menschen muslimischen Glaubens als
„Gastarbeiter“, muslimische Studierende an den Universitäten
1971
Einreichung der Statuten der „Islamischen Glaubensgemeinschaft in
Österreich“ durch den Verein „Moslemischer Sozialdienst“
1979
Bewilligung der Statuten durch das Kultusministerium
„grünes Licht“ für die Aufnahme der Tätigkeit der Islamischen
Glaubensgemeinschaft in Österreich als Körperschaft öffentlichen
Rechts Menschen muslimischen Glaubens in ihren religiösen Anliegen
zu vertreten
1982/83
Start des Religionsunterrichts an den öffentlichen österreichischen
Schulen, heute 40.000 SchülerInnen an ca. 2700 Standorten von ca.
350 LehrerInnen unterrichtet
1989
Erstreckung der Anerkennung von der hanefitischen auf alle
sunnitischen und schiitischen Rechtsschulen (dem Selbstverständnis
des Islam entsprechend, gestützt auf das Islamgesetz) durch den
Obersten Gerichtshof
1997
Erkrankung von Dr. Abelrahimsai und Bestellung von Prof. Anas
Schakfeh zum geschäftsführenden Präsidenten der IGGiÖ
1998
Gründung der IRPA, der Islamischen Religionspädagogischen Akademie
zur einheitlichen Ausbildung der künftigen LehrerInnen für den
Islamunterricht
1999
Tod des Präsidenten der IGGiÖ Dr. Abdelrahimsai
2000
Ein Wahljahr: Betätigung von Präsident Schakfeh durch den Schurarat
im Februar, Wahl der Ausschüsse der Religionsgemeinden im Juni,
erstmals Frauen in diesem Vertretungsgremium
2001
Volkszählung:
4,2% Menschen mit muslimischem Bekenntnis, 338.998 Personen im
Bundesgebiet
Wien: 7,8% 121.149
Burgenland: 1.4 % 3993
Kärnten: 2,0% 10.940
Niederösterreich: 3.2 % 48.730
Oberösterreich: 4,0 % 55.581
Salzburg: 4,5% 23.137
Steiermark: 1,6% 19.007
Tirol: 4,0% 27.117
Vorarlberg: 8,4% 29.334
96.052 Muslime besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft
2002
Juni: Wahl zum Obersten Rat mit zwei Frauen als Mitgliedern
September: Gründung der Islamischen Faschschule für Soziale Bildung
2003
Juni: Grazer Imamekonferenz
Definition der Beziehungen zwischen der muslimischen Minderheit und
den europäischen Ländern, in denen sie leben. Bekenntnis zu
Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und
einem „Weg der Mitte“ in Ablehnung von Extremismus, Fanatismus und
Fatalismus.
September: Das Islamische Religionspädagogische Institut nimmt seine
Arbeit zur Lehrerweiterbildung auf.
Oktober: Beginn der Errichtung eines islamischen Friedhofs in Wien
November: www.derislam.at, die Homepage der Islamischen
Glaubensgemeinschaft, geht online
Quelle:
Die Islamische
Glaubensgemeinschaft in Österreich
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